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Greenkeeper

Greenkeeper-Team des GCE

Headgreenkeeper

Heiner Borchers

Stellvertreter

Matthias Brammer-Steinwehr

Greenkeeper

Jens Siever, Stephan Evers, Andreas Bahr, Peter Staacken

Schneeschimmel

Obwohl der Name Schneeschimmel eine andere
Deutung zulässt, ist er keine echte Winterkrankheit
und weder an Schnee noch an Frost gebunden.

Beim Schneeschimmel handelt es sich um eine
Nassfäule, die bei hoher Luftfeuchtigkeit und kühler
Witterung beinah ganzjährig auftreten kann.

Bei Temparaturen von 3°C ist Schneeschimmel
der stärkste Krankheitserreger auf Rasen.

Winterspielbetrieb auf Golfanlagen

Rasengräser sind grundsätzlich in der Lage, begrenzte Frosttemperaturen während der Wintermonate zu ertragen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Benutzung der Rasenflächen durch Golf-Spielbetrieb während des ganzen Jahres uneingeschränkt erfolgen kann. Denn bei niedrigen Temperaturen findet kein Rasenwachstum mehr statt, welcher aber unerlässlich für die Regeneration der Flächen ist.

Um nachhaltige Schäden an den Gräsern zu vermeiden, empfiehlt sich, die folgenden, Einflussfaktoren zu berücksichtigen:

Schnitthöhe
Da die oberirdische Pflanzenlänge vergleichbar mit der unterirdischen Wurzellänge ist, ist eine größere Schnitthöhe für die Pflanze prinzipiell von Vorteil. Durch höheren Aufwuchs wird das Wurzelwachstum der Gräser angeregt und die Gefahr einer Winteraustrocknung vermindert.

Frost
Eiskristalle und die damit verbundenen Zellschädigungen können von der Pflanze nicht ausgeglichen werden. Bei Raureif entstehen die Schäden erst durch Belastung der Pflanzen.

Schnee
Mit Schnee bedeckte Rasenflächen sollten generell nicht betreten werden, da der Schnee ansonsten zusammengepresst wird und Schäden wie Bodenverdichtungen und Krankheiten entstehen können. Ausschlaggebend ist hierbei die Schneehöhe und Schneekonsistenz.
Bei einer geringen Schneeauflage wird die Druckbelastung unmittelbar auf die Gräser bzw. den Boden weitergegeben. Eine verdichtete Schneedecke behindert den Gasaustausch von Boden bzw. Pflanzen mit der Atmosphäre, die Gräser können u. U. ersticken.

Verdichtungen
Mit steigender Bodenfeuchtigkeit nimmt die Verdichtungsneigung der Böden unter Druckbelastung zu. So können durch Fußtritte und Reifenspuren Bodenunebenheiten entstehen, die durch zusätzliche kosten- intensive Pflegemaßnahmen wie z. B. Tiefenlockerung beseitigt werden müssen. Druckbelastung bei entsprechenden Bodenbedingungen sollte also möglichst vermieden werden, da ansonsten neben den genannten Schäden auch eine irreparable Veränderung der Bodenstruktur eintreten kann.

Krankheiten
Vor allem eine Schneedecke auf ungefrorenem Boden erhöht die Gefahr von pilzlichen Infektionen, wie „Schneeschimmel“ oder „Fäulen“. Krankheiten können auch durch die Golfausrüstung von Platz zu Platz verschleppt werden.

Fazit

Das bespielen von Golfplätzen unter winterlichen Bedingungen birgt ein hohes Risiko für eine Schädigung der Rasenflächen. Schäden am Grasbestand und Bodenverdichtungen fördern das Einwandern von Unkräutern und Fremdgräsern, sowie die Anfälligkeit gegenüber Rasenkrankheiten durch pilzliche Erreger. Hierdurch wird die Qualität der Rasenflächen negativ beeinflusst, die Putteigenschaften der Grüns werden verschlechtert.

Die Platzfreigabe sollte deshalb nur bei geeigneter Witterung durchgeführt werden.

Quelle: Deutscher Golfverband (DGV) – Winterspielbetrieb auf Golfanlagen

Was ist ein Knick/Knicklandschaft?

Der für Norddeutschland typische Knick besteht aus einem Wall, der zumeist zweireihig mit heimischen und ortstypischen Gehölzen bepflanzt wurde.

Knick:
lineare Gehölzstrukturen, sowie als Feldbegrenzung angelegte Wälle, auch gehölzfreie

T-Knicks:
zwei Knicks treffen im 90 Grad Winkel aufeinander

Redder:
2-reihige Knicks mit einer schmalen Fahrspur dazwischen

Knicks wurden früher als Abgrenzung von Eigentum sowie als Feldbegrenzungn angelegt. Eine historische Art der Knickgestaltung war es, jüngere Zweige miteinander zu verflechten. Dabei entstand mit den Jahren ein undurchdringlicher, natürlicher Zaun.

Heute steht der ökologische und landschaftsbildprägende Aspekt im Vordergrund. Das besonders wertvolle an diesen Strukturen ist der Artenreichtum, der durch die vielfältigen Strukturen ermöglicht wird.

Ein bestehender Knick soll laut Gesetz alle 10 bis 15 Jahre auf den Stock gesetzt werden (leichter Schrägschnitt bis zu einer handbreit über den Boden).

Aerifizieren - Luft zum Leben

Auch Grüns benötigen genügend Luft zum Leben.
Insbesondere für das Wurzelwachstum ist eine
regelmäßige mechanische Bodenbearbeitung wie
das Aerifizieren unerlässlich.
Nur so können die Gräser auf den Grüns, dem Krankheitsdruck und der Belastung durch den Spielbetrieb sowie der Pflege standhalten. Durch eine geringe Durchwurzelung der Grüns ist die Pflanzenvitalität und eine erwünschte Narbendichte stark beeinträchtigt. Daher ist das regelmäßige lockern und belüften der Rasentrackschicht notwendig. Diese Arbeit ist ausschließlich bei trockener Witterung durchführbar.

Regenwürmer

In Deutschland leben derzeit 39 Regenwurmarten, weltweit sind etwa 3000 Arten bekannt. Die Lebenzeit liegt zwischen 3 bis 8 Jahren. Die für den Rasenbereich wichtigste Art ist der 9 bis 30 cm lange Tauwurm.

Die nachtaktiven Regenwürmer sind überwiegend Substrat- und Pflanzenfresser, das heißt, sie füllen ihren Darm mit humusreicher Erde und vermodertem Pflanzenmaterial. Ständig fressen sich die Regenwürmer kreuz und quer durch die Bodenschichten ihres eigenen Lebensreichs. Durch die Beschaffenheit der Erde, die der Regenwurm erzeugt, wenn er die mitgefressenen Bodenbestandteile wieder ausgeschieden hat (sichtbar als “Regenwurmhäufchen” an der Oberfläche), werden die für den Boden nützlichen Mikroorganismen gefördert und die bodenfeindlichen eingedämmt, z. T. sogar vernichtet. Duch diese wühlende Tätigkeit ist der Regenwurm bodenkundlich besonders bedeutsam.

Grundsätzlich sind Regenwürmer also als wünschenswert zu betrachten, da sie nicht nur zum Abbau von Rasenschnittgut und Laub beitragen, sondern durch die von ihnen gegrabenen Tunnel auch dafür sorgen, dass Wasser leichter in den Boden eindringen kann. Durch die Tummel können dann die Wurzeln der Gräser besser und tiefer wachsen und die Nährstoffaufnahme wird erleichtert.

Quelle: Dr. Gunther Hardt (Die Rasenkolumne)

Pitchmarken machen krank!

Nicht ausgebesserte Pitchmarken sind nicht nur ärgelich, weil sie den Ballverlauf beeinträchtigen, Sie verletzten auch ganz erheblich die Gräser.

Durch die Wucht des Aufschlags werden die Gräser erheblich verletzt. Davon ist insbesondere der so wichtige Vegetationspunkt im Herz der Pflanze betroffen. Der Vegetationspunkt ist das Gewebe, in dem neue Blätter ausgebildet werden. Folglich kommt es nach dem Ballaufschlag zu einem gestörten, wenn nicht gar gestoppten Gräserwachstum an diesen Stellen. Meist werden solche Schadstellen von Rasenunkräutern und/oder ungewünschten Gräsern besiedelt, die durch ihre ohnehin ungünstigen Eigenschaften die Grünoberfläche zusätzlich negativ beeinflussen. Zu allem Übel sind dann die beschädigten Pflanzteile sowie die Fremdgräser, durch nicht ausgebesserte Pitchmarken, teilweise sehr anfällig gegenüber pilzlichen Erregern, die die sog. Rasenkrankheiten hervorrufen können.

(Quelle: Golf Special Magazin; Rasenexperte: Dr. Gunther Hardt)